BWV 134   Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß
1. Recitativo T A
Continuo
  Tenor
Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß,
Empfindet Jesu neue Güte
Und dichtet nur auf seines Heilands Preis.
Alt
Wie freuet sich ein gläubiges Gemüte.
2. Aria T
Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
  Auf, Gläubige, singet die lieblichen Lieder,
Euch scheinet ein herrlich verneuetes Licht.
    Der lebende Heiland gibt selige Zeiten,
    Auf, Seelen, ihr müsset ein Opfer bereiten,
    Bezahlet dem Höchsten mit Danken die Pflicht.
3. Recitativo (Dialog) T A
Continuo
  Tenor
Wohl dir, Gott hat an dich gedacht,
O Gott geweihtes Eigentum;
Der Heiland lebt und siegt mit
Macht Zu deinem Heil, zu seinem Ruhm
Muss hier der Satan furchtsam zittern
Und sich die Hölle selbst erschüttern.
Es stirbt der Heiland dir zugut
Und fähret vor dich zu der Höllen,
Sogar vergießet er sein kostbar Blut,
Dass du in seinem Blute siegst,
Denn dieses kann die Feinde fällen,
Und wenn der Streit dir an die Seele dringt,
Dass du alsdann nicht überwunden liegst.
Alt
Der Liebe Kraft ist vor mich ein Panier
Zum Heldenmut, zur Stärke in den Streiten:
Mir Siegeskronen zu bereiten,
Nahmst du die Dornenkrone dir,
Mein Herr, mein Gott, mein auferstandnes Heil,
So hat kein Feind an mir zum Schaden teil.
Tenor
Die Feinde zwar sind nicht zu zählen.
Alt
Gott schützt die ihm getreuen Seelen.
Tenor
Der letzte Feind ist Grab und Tod.
Alt
Gott macht auch den zum Ende unsrer Not.
4. Aria (Duetto) A T
Violino I/II, Viola, Continuo
  Wir danken und preisen dein brünstiges Lieben
Und bringen ein Opfer der Lippen vor dich.
    Der Sieger erwecket die freudigen Lieder,
    Der Heiland erscheinet und tröstet uns wieder
    Und stärket die streitende Kirche durch sich.
5. Recitativo T A
Continuo
  Tenor
Doch würke selbst den Dank in unserm Munde,
In dem er allzu irdisch ist;
Ja schaffe, dass zu keiner Stunde
Dich und dein Werk kein menschlich Herz vergisst;
Ja, lass in dir das Labsal unsrer Brust
Und aller Herzen Trost und Lust,
Die unter deiner Gnade trauen,
Vollkommen und unendlich sein.
Es schließe deine Hand uns ein,
Dass wir die Wirkung kräftig schauen,
Was uns dein Tod und Sieg erwirbt
Und dass man nun nach deinem Auferstehen
Nicht stirbt, wenn man gleich zeitlich stirbt,
Und wir dadurch zu deiner Herrlichkeit eingehen
Alt
Was in uns ist, erhebt dich, großer Gott,
Und preiset deine Huld und Treu;
Dein Auferstehen macht sie wieder neu,
Dein großer Sieg macht uns von Feinden los
Und bringet uns zum Leben;
Drum sei dir Preis und Dank gegeben.
6. Coro
Oboe I/II, Violino I col Soprano, Violino II coll' Alto, Viola col Tenore, Continuo
  Erschallet, ihr Himmel, erfreue dich, Erde,
Lobsinge dem Höchsten, du glaubende Schar,
Es schauet und schmecket ein jedes Gemüte
Des lebenden Heilands unendliche Güte,
Er tröstet und stellet als Sieger sich dar.


Besetzung   Soli: A T, Coro: S A T B, Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
Entstehungszeit   11. April 1724
Text   unbekannter Dichter
Anlass   3. Osterfesttag
Diskussion   Aryeh Oron Julian Mincham

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