BWV 109   Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben!
1. Coro
Corno da caccia, Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
  Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben!
2. Recitativo T
Continuo
  Des Herren Hand ist ja noch nicht verkürzt,
Mir kann geholfen werden.
Ach nein, ich sinke schon zur Erden
Vor Sorge, dass sie mich zu Boden stürzt.
Der Höchste will, sein Vaterherze bricht.
Ach nein! er hört die Sünder nicht.
Er wird, er muss dir bald zu helfen eilen,
Um deine Not zu heilen.
Ach nein, es bleibet mir um Trost sehr bange;
Ach Herr, wie lange?
3. Aria T
Violino I/II, Viola, Continuo
  Wie zweifelhaftig ist mein Hoffen,
Wie wanket mein geängstigt Herz!
    Des Glaubens Docht glimmt kaum hervor,
    Es bricht dies fast zustoßne Rohr,
    Die Furcht macht stetig neuen Schmerz.
4. Recitativo A
Continuo
  O fasse dich, du zweifelhafter Mut,
Weil Jesus itzt noch Wunder tut!
Die Glaubensaugen werden schauen
Das Heil des Herrn;
Scheint die Erfüllung allzufern,
So kannst du doch auf die Verheißung bauen.
5. Aria A
Oboe I/II, Continuo
  Der Heiland kennet ja die Seinen,
Wenn ihre Hoffnung hülflos liegt.
    Wenn Fleisch und Geist in ihnen streiten,
    So steht er ihnen selbst zur Seiten,
    Damit zuletzt der Glaube siegt.
6. Choral
Corno da caccia, Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
  Wer hofft in Gott und dem vertraut,
Der wird nimmer zuschanden;
Denn wer auf diesen Felsen baut,
Ob ihm gleich geht zuhanden
Viel Unfalls hie, hab ich doch nie
Den Menschen sehen fallen,
Der sich verlässt auf Gottes Trost;
Er hilft sein'n Gläubgen allen.


Besetzung   Soli: A T, Coro: S A T B, Corno da caccia, Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
Entstehungszeit   17. Oktober 1723
Text   unbekannter Dichter; 1. Markus 9,24; 6: Lazarus Spengler 1524
Anlass   21. Sonntag nach Trinitatis
Diskussion   Aryeh Oron Julian Mincham

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